Vision der Essbaren Stadt

Komm mit uns auf eine kleine Reise ins Köln der Zukunft:

 

Der Apfel am Straßenrand – Du spazierst durch Köln und der kleine Hunger überkommt Dich. Du kannst Dir einfach einen Apfel von der Grünfläche am Straßenrand pflücken. Im Straßenraum und in den Parks stehen zwischen den großen alten Bäumen Haselnussbäume, Walnussbäume, Apfelbäume, Kirschbäume – alles essbares Obst. Und an mancher Hauswand rankt sich an Spalieren weiteres Obst, z.B. Birnen, Aprikosen, aber auch Wein, Hopfen, Bohnen oder Kapuzinerkresse.

Vielfalt im öffentlichen Raum – Die Beete an öffentlichen Plätzen sind üppig bewachsen: Bäume, Sträucher, Stauden, Kräuter auf unterschiedlichen Höhen. Der Mangold sticht wunderschön mit seinen roten und gelben Stielen hervor. Der Borretsch blüht so schön blau und Hummeln krabbeln in seine Blüten. Früher fanden sich in solchen Beeten nur eine steinharte Erdschicht und ein paar Büsche, die lustlos herumstanden. Beliebt waren die Beete nur bei den Hunden der Anwohnenden, um die Notdurft zu verrichten, oder als riesiger Freiluftaschenbecher. Und jetzt wachsen dort Salate, Gurken, Kürbis und Basilikum.

Ein Mosaik aus Gärten – Bei einem Blick auf den Stadtplan erfährst Du, dass überall in Köln im wahrsten Sinne des Wortes geackert wird. Gemüse und Obst werden in Gemeinschaftsgärten, Kleingärten, in den Gartenlaboren, rund um Mietshäuser und auf diversen kleinsten Äckern im Stadtraum angebaut – und, na logisch, ökologisch! Wer gärtnert verwendet keine Pestizide oder künstlichen Dünger, sondern setzt auf die Kräfte des natürlichen Kreislaufs. Permakultur lautet hier das Stichwort.

Stadtfarmen für die Veedel – Unternehmen, große Einrichtungen wie die Stadt Köln, Bundes- und Landesbehörden, die Messe, aber auch die Universität und die anderen verschiedenen Kölner Hochschulen produzieren auf ihrem Gelände, in und an ihren Gebäuden Gemüse, Kräuter und Obst für Kantinen und Mensen direkt vor Ort. Mehrere solidarische Landwirtschaften in allen Kölner Stadtbezirken versorgen die Kölner:innen außerdem mit Ackerfrüchten von den guten rheinischen Böden.

Bildung zwischen Erbsen und Eiern – Jede Kölner Schule hat einen Schulgarten oder zumindest den Zugang zu einem fußläufig erreichbaren Garten im Veedel. Dadurch, dass die Kinder Zucchini, Rote Beete, Kapuzinerkresse und Co. anbauen, erlenen sie die ökologischen Prozesse im Gemüsebeet mit Kopf, Herz und Hand. Ganz nebenbei steigern sie ihre Wertschätzung für die Lebensmittel und erlangen mehr Verantwortung für ihre Umwelt. Nicht zuletzt Schulküche und die Mensa profitieren vom Gärtnern der Kinder. Auch in den Kindergärten wachsen Erbsen, Radieschen und Tomaten, die gemeinsam mit den Hauswirtschaftskräften verkocht werden. Manchmal flitzen auch ein paar Hühner zwischen den Kindern herum – denn dann gibt’s manchmal frische Eier.

Kreislauf im Veedel – Die vielen inspirierenden Eindrücken lassen dich einmal durchschnaufen und Du setzt dich in ein Nachbarschaftscafé. Hier erfährst Du, dass der Kaffeesatz deines Kaffees täglich von einer nahegelegenen Pilzzucht eingesammelt wird. Dort wachsen die Pilze im Keller auf dem Kaffeesatz des Cafés. Verkauft werden die Pilze dann wiederum an die Gastro im Veedel. Und der Stuhl, auf dem Du gerade sitzt, ist tatsächlich aus dem dort produzierten Pilzgeflecht hergestellt, Wow. Ganz schön stabil, so ein Stuhl aus Pilz!

Eine grünere Stadt durch und durch – Staunend hebst Du deinen Blick und schaust auf die Dachflächen und hohen Gebäude ringsum: alles ist begrünt. Auf deinen Wegen durch die Stadt bist Du die ganze Zeit von Grün umgeben. Damit ist nicht nur der Tisch für die vielen kleinen tierischen Bewohner:innen Kölns reich gedeckt hat positive Auswirkungen auf das Klima in der Stadt. Und das spürst Du – die Luft ist kühler und sauberer und die vielen Pflanzen wirken sich beruhigend auf ihre menschlichen Zeitgenoss:innen aus. Außerdem helfen die „grünen Pudelmützen“ für die Häuser dabei die Gebäude zu isolieren und Energiekosten zu sparen.

Gefällt Dir diese Stadt? Dann mach mit und hilf dabei diese Vision für ganz Köln Wirklichkeit werden zu lassen. Denn alle sind eingeladen sich in der Essbaren Stadt einzubringen. Die Essbare Stadt ist eine demokratischere Stadt, gestaltet für und von den Kölner:innen. Schon heute sind viele Bestandteile dessen in Köln zu finden. Diese Vision ist also keineswegs utopisch.

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