Zukunftsbilder für Gemeinschaftsgärten: Studierende der TH Köln entwickeln Konzepte für einen FoodForest in der Südstadt

Wie können Gemeinschaftsgärten in Köln trotz Flächendruck, Nutzungskonkurrenzen und komplexer Zuständigkeiten dauerhaft Raum finden? Im Sondergebiet Städtebau, unter Professorin Yasemin Utku sind Studierende der TH Köln im Wintersemester 2025/26 dieser Frage nachgegangen. Ausgangspunkt war ein konkreter Standort an der Alteburg in der Kölner Südstadt. Ziel ist es, einen FoodForest anzulegen und diesen Bereich langfristig kooperativ zu entwickeln und wissenschaftlich zu begleiten – als gemeinschaftlich getragener Ort der Lebensmittelproduktion, offen für Beteiligung, Lernen und soziale Begegnung.

Ein FoodForest ist ein nach dem Vorbild natürlicher Wälder gestaltetes Ökosystem mit essbaren, mehrjährigen Pflanzen. Er wird so gestaltet, dass durch die Kombination von Bäumen, Sträuchern, Kräutern und Bodendeckern nachhaltig Nahrungsmittel für Mensch und Tier wachsen.

Über das Seminar hinweg entstanden vielfältige Perspektiven darauf, wie ein gemeinschaftlich getragener Gartenraum aussehen, genutzt und organisiert werden kann. Die Studierenden entwickelten Zukunftsbilder, räumliche Konzepte und strategische Ansätze, die  den FoodForest nicht als isoliertes Projekt, sondern als integrativen Bestandteil des Quartiers und der Stadt denken.

Besonders spannend war der Blick auf Gemeinschaftsgärten als soziale Infrastruktur: Orte der Begegnung, des Lernens und der lokalen Lebensmittelproduktion. Die Arbeiten machen deutlich, welches Potenzial solche Orte für eine nachhaltige und integrative Stadtentwicklung haben.

Mildred Utku, Peter Lang, Sprecher*innen der Essbaren Stadt Köln des Ernährungsrates sowie Leonie Rauch, Koordinatorin, haben das Seminar anfangs mit einer Einführung in die Essbare Stadt begleitet, waren Teil des Austauschs und brachten wertvolle Impulse ein. Im Dialog zwischen Studierenden, Lehrenden und Praxis wurde sichtbar, wie wichtig die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteur:innen für die Weiterentwicklung gemeinschaftlicher Gartenprojekte ist.

Zum Abschluss des Seminars 23.01.2026 wurden die verschiedenen Visionen präsentiert und gemeinsam mit Besucher:innen aus den Gemeinschaftsgärten, der Politik, dem Grünflächenamt und der Essbaren Stadt diskutiert. Die entstandenen Konzepte liefern wertvolle Anregungen für die weitere Entwicklung des FoodForest an der Alteburg. Anschließend besuchten alle gemeinsam das Gelände an der Alteburg, auf dem der FoodForest entstehen wird. Die ersten Pflanzen wurden bereits angelegt und die aufgehängten Plakate mit den einzelnen Konzepten machten die Ideen anschaulich und zeigten, wie Theorie und Praxis hier direkt zusammenkommen.

Die Umsetzung dieses Moduls an der TH Köln ist besonders wertvoll: Solche praxisnahen Seminare verbinden Forschung, Planung und gemeinschaftliches Engagement. Sie fördern den Austausch zwischen Studierenden, Stadtakteur:innen und Initiativen – genau im Sinne der Essbaren Stadt. 

Essbare-Stadt